Beate Zschäpe hatte während ihrer NSU-Zeit möglicherweise direkten Kontakt zu den deutschen Behörden. Das legt nun ein Bericht nahe.

Beate Zschäpe hat nach Informationen der “Bild”-Zeitung während ihrer viertägigen Flucht im November 2011 insgesamt zwölfmal eine Nummer der Verfassungsschutzabteilung des Thüringer Innenministeriums angerufen. Die Kontakte der NSU-Terroristin zu staatlichen Stellen werfen neue Fragen über mögliche Verbindungen zu Sicherheitsbehörden auf.

Laut “Bild” wurden die Anrufe aus geheimen Akten und durch Aussagen mehrerer Insider bestätigt, die mit dem Fall betraut waren. Auch die frühere Vorsitzende des Thüringer NSU-Untersuchungsausschusses, Dorothea Marx (SPD), bestätigte gegenüber der Zeitung: Zschäpe habe “zehnmal oder mehr” beim Verfassungsschutz angerufen. Wer genau am anderen Ende der Leitung war, ist jedoch bis heute unklar. Marx erklärte laut “Bild”, sie könne sich “nicht erinnern”.

Bereits vor dem Abtauchen des NSU im Januar 1998 hatte der Thüringer Verfassungsschutz offenbar erwogen, Zschäpe als sogenannte V-Frau anzuwerben. Diese Überlegung sei zwar verworfen worden – offiziell wegen mangelnder Eignung –, doch halten sich Spekulationen über informelle Kontakte bis heute. In Sicherheitskreisen wird seit Jahren darüber diskutiert, ob Zschäpe möglicherweise als Quelle geführt wurde oder gar im Besitz von Insiderwissen war, das sie bei ihrer Flucht nutzen wollte.

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